Günther der Treckerfahrer

Karfreitag

Moin!

Gabs bei euch heute auch Fisch? Ich frag mich, wie diese Knalltüten vonne Waterkant das geschafft ham, daß an diesen Tag jederein ihrn dösigen toten Fisch sich in den Kopp reintut un sich an die drei Million Gräten in jeden Katzenhai den Hals verrenkt. Unsen Nachbarn seine Omma mußten sie letzt Jahr ne halbe Stunde mitte Saugglocke in'n zahnlosen Mund drin rumfuhrwerken, daß se den ganzen stacheligen Grätendreck wieder rauskriegten - warn sogar welche von Vorjahr noch mit dabei. In Gegensatz zun eigentlichen Fisch hält sich die Gräte ja wahnsinnig lang.

Ich bin da ja mehr für den viereckigen Fisch ausse Truhe. Bei uns kommt immer son Eiswagen, da kannst du den rattengünstig kriegen, wenn du nen halben Kubikmeter aufn Mal abkaufst. Kannstu ja nich alles aufn Karfreitag in dich reintun, aba is egal, von den Rest kannstu assreine Fischmarmelade machen - un die schmeckt ja das ganze Jahr - na, sagen wir mal: jenfalls besser als diese ewige Nuß-Nougat-Creme, die unser Omma sonst immer bein Wagen kauft. Die sieht zwar aus wie Gülle, schmeckt abers trotzdem nich.

Der Franzose, der kocht sich sogar aus die appen Köppe von den Fisch noch ne assreine Suppe, kannst ma sehn. Un der Japaner, der setzt ja immer noch einen drauf, der dreht sich den Schuppi sogar lebend in die Rübe. Glaubst nich? Stimmt abers! Diese ganzen kleinen Japaners, die hier den Sommer an Hermannsdenkmal oders in Neuschwanstein rumlungern, du, die ham alle schon mal lebende Fische gegessen - sehnse nich nach aus, ne?

Du, da bin ich doch mehr für die viereckigen Jungs ausse Packung, die ham nie gelebt, nä, da brauchste auch kein schlechtes Gewissen ham, daß du die jetzt wegfrißt. Grottendiecks Karl-Heinz hat letzt Jahr Karfreitag 83 Fischstäbchen in sich reingetan, abers kaputtgegangen is er Ostern an den gut 50 Eiern, die er gegessen hat, tja, da soll noch einer was gegen Fisch sagen so in Vergleich zu Marzipanbrote un Dominosteine kommt man an Karfreitag noch ziemlich gut bei weg.

Also, laß den Kopp nich hängen, munter bleiben!


(Autor: Dietmar Wischmeyer)